Kampf um mehr Mitbestimmung.
Das Speziallabor Nexelis gehört zu den Unternehmen am Marburger Pharmastandort, die bis Ende des Jahres ganz dicht machen. Ein großer Teil der 85 Beschäftigten wurde bereits entlassen, die verbleibenden Mitarbeiter folgen in mehreren Wellen. Die meisten wechseln in eine sogenannte Transfer-Gesellschaft gewechselt, mit deren Hilfe sie nach einem neuen Job suchen.
Die Entscheidung für die Schließung des Labors wurde allerdings nicht in Marburg, sondern in den USA getroffen. Damit solche globalen Entscheidungen zumindest mit den Betriebsräten vor Ort besprochen werden müssen, hat der Nexelis-Betriebsrat eine Petition eingereicht. Diese wurde nun vom Petitionsausschuss des Bundestages als unbegründet abgelehnt. Dagegen hat Betriebsratsvorsitzender Hartmut Engel nun Widerspruch eingelegt. In der Petition fordert Engel, dass Betriebsräte künftig früher informiert und beteiligt werden müssen, wenn internationale Konzerne Entscheidungen treffen, die deutsche Standorte betreffen. In Marburg sei die Arbeitnehmervertretung erst eingebunden worden, als die Entscheidung faktisch nicht mehr veränderbar gewesen sei: „Die bestehenden Mitbestimmungsrechte reichen in internationalen Konzernstrukturen oft nicht aus, um echten Einfluss zu nehmen“, erläutert Engel. Deshalb fordert der Betriebsratsvorsitzende den Petitionsausschuss auf, das Verfahren fortzuführen und die Petition öffentlich zu behandeln. Die Frage betreffe zahlreiche Beschäftigte in international aufgestellten Unternehmen.
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