3.000 Menschen demonstrierten bei strömendem Regen.
Es regnete in Strömen. Dennoch versammelten sich rund 3.000 Menschen vor dem Marburger Erwin-Piscator-Haus, um ein Zeichen gegen die AfD und für die Demokratie zu setzen. „Keine Macht der AfD“ lautete das Motto der Kundgebung, zu der das Bündnis der „Initiative demokratische Zukunft Marburg“ eingeladen hatte.
Der Termin war bewusst zwischen die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern gelegt worden. In Sachsen-Anhalt hatte die als rechtsextrem eingestufte Afd mit knapp 44 Prozent der Stimmen ihren bislang größten Wahlerfolg in Deutschland errungen. Sie lag damit weit vor CDU, SPD, Grünen und Linken. Bei der am 20. September stattfindenden Wahl in Mecklenburg-Vorpommern werden ähnliche Ergebnisse befürchtet.
Dagegen positionierten sich Gewerkschafter, Ausländerbeirat, „Omas gegen Rechts“ sowie weitere demokratische Initiativen. Auch Oberbürgermeister Thomas Spies warnte vor der zunehmenden Bedrohung durch die Rechtsextremen. „Stärker als jemals zuvor geht es um den Schutz der Demokratie“, so die „Initiative demokratische Zukunft Marburg“. Nach dem Plan der AfD solle Sachsen-Anhalt nun zum rechtsextremen Musterland werden. Es solle ausprobiert werden, was möglich ist: Verfassungsschutz abschaffen, private Wachdienste an Schulen, Überwachungsportale für Lehrkräfte, Beendigung der Inklusion und subtile Drohkulissen gegen Migranten, aber auch gegen Richter, kulturellen Institutionen, LGBTQ-Gemeinschaften und demokratische Initiativen.
gec

