Hessische Unis kritisieren Kürzungen beim „letzten Lichtblick“.
Die Mittel für den Hochschulbau in Hessen sollen doppelt so lange reichen wie ursprünglich geplant. Darüber hat sich die Konferenz hessischer Universitäten enttäuscht geäußert. Ursprünglich war vorgesehen, dass in der Zeit von 2027 bis 2031 ingesamt 1,4 Milliarden Euro für das Hochschulbauprogramm „Heureka III“ veranschlagt werden. Nun sollen die Gelder bis zum Jahr 2036 gestreckt werden. Bei gleichbleibendem Gesamtvolumen bedeute dies eine faktische Halbierung, angesichts der erwartbaren Kostensteigerungen sogar eine noch darüberhinausgehende Kürzung der jährlich verfügbaren Mittel für dringend notwendige Sanierungs- und Erneuerungsvorhaben an den hessischen Universitäten, kritisiert die Konferenz. Dabei gebe es bereits im laufenden Heureka-Programm deutliche Verzögerungen. Vorhaben würden „überwiegend nur noch dann freigegeben, wenn akute Gefahr für Leib und Leben droht“, so die Hochschulen.
„Heureka war für die hessischen Universitäten der letzte verbleibende Lichtblick, um wenigstens einen für national und international wettbewerbsfähige Wissenschaft angemessenen Gebäudegrundbestand einigermaßen zu erhalten – von einem hohen Sanierungsstau ganz abgesehen“, erklärt der Marburger Uni-Präsident Thomas Nauss, der zugleich Sprecher der Konferenz hessischer Universitäten ist. Eine verzögerte Sanierung führe zudem zu weiteren und vermeidbaren Unterhaltskostensteigerungen und notdürftigen Erhaltungsmaßnahmen zulasten des Grundbudgets, das im Hochschulpakt gerade abgesenkt wurde. Die universitäre Wissenschaft sei damit doppelt von diesen erneuten Sparmaßnahmen betroffen.
Das milliardenschwere Hochschulbauprogramm Heureka wurde 2007 gestartet, um den Hochschulen Planungssicherheit zu geben. Es finanziert Großprojekte wie Laborneubauten, Bibliotheken, Hörsäle sowie die energetische Sanierung maroder Uni-Gebäude. Die Landesregierung begründete die Kürzungen mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Das Land müsse sparen.
gec/red

