Der Europäische Freiwilligendienst.

Was 1996 als Pilotprojekt begann, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Programme der EU: seit über drei Jahrzehnten ermöglicht der Europäische Freiwilligendienst (EFD) mehr als 250.000 jungen Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus, sich in über 32.000 gemeinnützigen Projekten zu engagieren. Aus Deutschland waren bisher rund 50.000 Teilnehmende dabei. 

Eine Generation junger Europäer*innen, die als Botschafter des europäischen Gedankens wirken. 2016 ging der EFD in das eigenständige EU-Programm Europäisches Solidaritätskorps (ESK) über. Mit einer Aufstockung der Mittel auf 175,3 Millionen Euro für 2026 unterstreicht die Europäische Kommission die Bedeutung der Freiwilligendienste.

Die Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn würdigte das Jubiläum der EU-Freiwilligendienste am 18. März mit einem Festakt in Bonn. 

EU-Kommisions-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu sieht im europäischen Freiwilligenengagement eine stille Kraft der Solidarität, der Resilienz und des Lernens, die seit über 30 Jahren besteht. Für Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport bedeutet das Europäische Solidaritätskorp eine Brücke zwischen den Generationen, mit der die Energie junger Menschen mit den beständigen Werten Europas wie Empathie, Sinn für Gemeinschaft und Tatkraft verbunden ist.

Stefan Lock, Leiter der Regionalvertretung Bonn sagte: „Von vornherein waren die EU-Freiwilligendienste durch und durch europäisch angelegt. Drei Jahrzehnte, in denen junge Menschen Europa hautnah erlebt, Grenzen überwunden und sich für Gemeinschaft und Solidarität eingesetzt haben. Wir feiern dieses Erbe in diesem Jahr und möchten das Programm noch mit vielen weiteren Generationen junger Menschen fortsetzen.“

Die EU-Freiwilligenprogramme verfolgen ein ambitioniertes Ziel: Sie wollen junge Menschen dabei unterstützen, aktive und verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger Europas zu werden. Durch ihren Einsatz in gemeinnützigen Projekten im Ausland erwerben Freiwillige interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse und soziale Fähigkeiten, die weit über das hinausgehen, was formale Bildung vermitteln kann. Sie erleben europäische Vielfalt nicht abstrakt, sondern im täglichen Miteinander – und entwickeln dabei ein tiefes Verständnis für andere Lebensweisen, Perspektiven und Herausforderungen.

Gleichzeitig stärken die Programme das Selbstvertrauen und die Eigeninitiative junger Menschen: Wer erfahren hat, dass das eigene Engagement einen Unterschied macht, trägt diese Haltung ein Leben lang weiter. So entstehen Netzwerke über Grenzen hinweg, Freundschaften zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und eine Generation, die europäische Werte wie Solidarität, Toleranz und demokratische Teilhabe nicht nur kennt, sondern lebt.

Freiwilliges Engagement als Baustein der Strategie für eine krisenfeste EU

Die Wirkungen der EU-Freiwilligenprogramme reichen weit über das individuelle Engagement hinaus. In einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen, hybrider Bedrohungen und zunehmender Naturkatastrophen gewinnt die gesellschaftliche Resilienz zentrale Bedeutung. Die im März 2025 vorgestellte EU-Strategie zur Prävention und Reaktion auf zukünftige Bedrohungen und Krisen verfolgt einen umfassenden Ansatz zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Freiwilligenarbeit ist dabei ein Schlüsselelement: Sie fördert eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung und befähigt Bürgerinnen und Bürger, auch in Krisensituationen aktiv und solidarisch zu handeln. Junge Freiwillige werden so zu Akteuren für eine europäischen Krisenresilienz.

Infos im europäischen Jugendportal über Freiwilligentätigkeiten: 

https://youth.europa.eu/go-abroad/volunteering_de

pe

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