Phine Hadel vom Café Trauma möchte vermeiden, dass die soziokulturellen Zentren Marburgs gegeneinander ausgespielt werden. Dennoch sind die Aktiven des studentisch geprägten  Zentrums angesichts der Kontroverse um die Kultur sehr beunruhigt.

„Wir haben auf jeden Fall Existenzängste“, sagt Phine Hadel, die zu den vier Hauptamtlichen gehört, die hier in Teilzeit arbeiten. Gerade, weil sie gemeinsam mit 110 Ehrenamtlichen inzwischen 200 Konzerte, Filme, Lesungen, Vorträge, Partys und Diskussionen anbieten – deutlich mehr Veranstaltungen als früher. Das lockt rund 15.000 Gäste pro Jahr. Zudem weist sie darauf hin, dass sie jahrelang besonders wenig Förderung von der Stadt erhalten hätten. Inzwischen liegt die Unterstützung bei 83.000 Euro im Jahr. Das soziokulturelle Zentrum, das vor knapp 40 Jahren in der ehemaligen Traumatologie gegründet wurde und seit 2006 im G-Werk am Afföller sitzt, legt besonderen Wert auf Mitmachkultur: „Wir schaffen einen Raum, in dem Leute ihre eigenen Ideen verwirklichen können“, sagt Phine Hadel.

Der Kulturladen KFZ hat sich ebenfalls erneut mit seinen Geldsorgen gemeldet. Größere Kürzungen konnten die Aktiven verhindern, berichten Christian Corth und Annalena Rothenpieler vom KFZ. Sie fordern jedoch einen Inflationsausgleich. „Nicht für Wachstum oder Luxus, sondern um den Status quo halten zu können“, sagen sie. Selbst eine gleichbleibende Kulturförderung ohne Inflationsausgleich wirke sich wie eine reale Kürzung aus. Dann stünden Programme auf der Kippe, die sich nicht selbst finanzieren können. Dazu zählen etwa das Kinderprogramm, aber auch die Nachwuchsförderung, der Marburger Abend und Weltmusik-Konzerte. Der Kulturladen KFZ, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, ist das älteste und größte soziokulturelle Zentrum Hessens. Jedes Jahr besuchen rund 60.000 Gäste Konzerte, Kabarett, Lesungen, Partys, Diskussionen und Vorträge.

Das Q im Kesselhaus der ehemaligen Brauerei am Pilgrimstein wurde erst 2018 als Kultur- und Begegnungsstätte gegründet und dient – koordiniert vom Verein SubQultur – als Plattform für Kunst, Soziales, Nachhaltigkeit und Unterhaltung.

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Gero Braach