Dramatische Rettungsaktion wegen Futtermangel: Die drei winzigen, erst vor wenigen Tagen geschlüpften Uhu-Küken aus der Elisabethkirche wurde am Montag in eine Wildtieraufzuchtstation gebracht.

Da seit drei Tagen das Uhu-Männchen Hugo verschollen ist und keine Beute mehr an den Nistkasten im Südturm der Elisabethkirche gebracht hat, haben Aktive des NABU unter fachkundiger Hilfe von Biologen die drei Uhu-Küken aus dem Kasten geborgen. Uhu-Mama Lisbeth konnte sie nicht mehr mit Nahrung versorgen.

Der Uhu-Nachwuchs wurde am Montagmittag vorsichtig aus dem Nistkasten geholt, gefüttert und sicher in wärmenden Umhüllungen eingepackt zu einer Wildtieraufzuchtstation ins Siegerland gebracht. Dort wird eine Amme die kleinen Uhus übernehmen und sie wie ihre eigenen Küken aufziehen.

Die Liveübertragung auf YouTube war vor der Bergung abgeschaltet worden.

Der NABU Marburg gehe davon aus, dass dem Uhu-Männchen etwas zugestoßen sei, sagte Hartmut Möller vom NABU. Gefahren gebe es viele, etwa Rattengift in einem Beutetier oder dass Hugo durch ein Auto verletzt worden sein könne.

Die kurzfristige Rettungsaktion wurde laut NABU in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Marburg durchgeführt, die dem NABU nach § 45, Abs.5 Bundesnaturschutzgesetz dafür eine Genehmigung erteilt habe.

kro

Bild mit freundlicher Genehmigung von Maik Dobermann/NABU Marburg