Buch über die Ausgrabungen unter dem Westsaal des Schlosses
Es galt als archäologische Sensation: Bei Ausgrabungen unter dem Westsaal des Marburger Landgrafenschlosses wurde eine Burg in der Burg entdeckt. Unter Federführung der Archäologin und damaligen Grabungsleiterin Christa Meiborg wurden die Befunde von einem Forschungsteam aus den Bereichen Archäologie, Geografie, Zoologie, Bauforschung und geschichtliche Landeskunde ausgewertet. Daraus entstand nun eine 660 Seiten umfassende Studie, in der die Ergebnisse detailliert beleuchtet werden. Das umfangreiche Werk wird am Freitag, 13. Februar, ab 15 Uhr im Landgrafenschloss vorgestellt. Die aufwändigen Ausgrabungen stammen aus den Jahren 1989/90. Sie förderten in einem bis in acht Meter Tiefe reichenden Schnitt eindrucksvolle Relikte eines bis dahin völlig unbekannten Vorgängerbaus der bedeutenden Residenz zutage.
Die Buchvorstellung startet um 15 Uhr mit Führungen im Westsaal. Dort kann man nämlich durch eine Glaspyramide und verglaste Bodenplatten auf die Funde blicken – die freigelegten Mauern einer Burg aus der Zeit um 900. An dieser Stelle stand der Wohnturm. Die Archäologinnen und Archäologen fanden aber auch mittelalterliche Spiele aus Knochenscheiben, Blech und Kupfer.
Die offizielle Veranstaltung startet um 17 Uhr. Christa Meiburg wird Einblicke in die Ausgrabungen geben und das Buch präsentieren. Ihr folgt Joachim Zeune, der über die Frühzeit des Marburger Schlosses und ihre Bedeutung für die europäische Burgenforschung berichtet. Für die Führungen wird um eine Anmeldung gebeten.
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„Das Marburger Schloss – von der Höhenburg zur Residenz. Die Ausgrabungen unter dem Westsaal“. Mit Beiträgen von Elmar Altwasser (verstorben), Alfred Galik, Stefan Harnischmacher, Ulrich Klein, Ulrich Ritzerfeld, Eveline Saal, Christoph Salzmann, Karlheinz Steppan und Jesper Wangen. Der Doppelband enthält 386 Abbildungen.

