Im Landkreis Marburg-Biedenkopf fehlen 5000 Wohnungen.
Dem Landkreis Marburg-Biedenkopf fehlen rund 5.000 Wohnungen. Gleichzeitig stehen 2.470 Wohnungen bereits seit einem Jahr oder länger leer. Das geht aus der regionalen Wohnungsmarkt-Untersuchung des wissenschaftlichen Pestel-Instituts hervor. Dafür haben die Forschenden den Wohnungsbestand, die Bevölkerungsentwicklung sowie Prognosen für den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung im Landkreis Marburg-Biedenkopf analysiert.
Wer eine Wohnung sucht, kann sich allerdings kaum Hoffnungen auf leer stehende Wohnungen machen: Was schon lange Zeit leer steht, geht kaum wieder in die Vermietung. Nach der Untersuchung des Instituts bedeutet das konkret, dass in den nächsten fünf Jahren rund 1.280 neue Wohnungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf gebaut werden müssten – „und zwar pro Jahr“, betont der Chef-Ökonom des Instituts, Matthias Günther. Allerdings sei dieses Wohnungsbaupensum „nicht machbar“. So habe es im ersten Halbjahr 2025 lediglich 173 Baugenehmigungen für neue Wohnungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf gegeben. „Das reicht natürlich nicht. Der Neubau von Wohnungen im Kreis Marburg-Biedenkopf läuft mit angezogener Handbremse“, so Matthias Günther.
Die Wissenschaftler haben die regionale Wohnungsmarkt-Analyse im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel durchgeführt. Nach Überzeugung der Präsidentin des Bundesverbandes, Katharina Metzger, passiert auch unter der neuen Bundesregierung zu wenig in Sachen Wohnungsbau. Selbst da, wo es ein Plus bei den Baugenehmigungen gebe, passiere dies auf „denkbar niedrigem Niveau“. Dabei sei der Wohnungsbau ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur: „Läuft der Wohnungsbau, dann läuft auch die Wirtschaft“, so Metzger.
red

