Mittwoch, 22. Januar 2020
Thema der Woche | 23. März 2017

Protest gegen Rechts

Gladenbacher Bürgerbündnis demonstriert gegen Auftritt von Frauke Petry
Foto aus dem Jahr 2004: Rolf K. Wegst

Als 2004 Gladenbach zum Schauplatz mehrerer Demonstrationen von Rechtsextremen wurde, kam die entschlossene Reaktion von Gladenbachs Bürgern prompt: Engagierte Gladenbacher schlossen sich zu einem Bündnis zusammen, sammelten Unterschriften für den Bürgeraufruf "Gladenbach ist bunt – nicht braun" und machten Front gegen Rechts.

Der Zusammenschluss von Bürgern, Kirchen, Jusos, DGB und Kommunal­politikern stellte sich friedlich und kreativ gegen die rechtsextremen Aufzüge: Nach einer Demonstration der Rechtsextremen durch den Ort versammelten sich die Gladenbacher etwa auf dem Marktplatz mit Besen und kehrten das rechte Gedankengut sinnbildlich aus ihrer Stadt.

Der für den 31. März im Gladenbacher Haus des Gastes geplante Auftritt von AfD-Chefin Frauke Petry hat das Bürgerbündnis nach über einem Jahrzehnt reaktiviert: "Wir knüpfen an den Protest von damals an, das ist eine Ver­pflich­tung", sagt Siegfried Seyler, der ehemalige Schulleiter der Gladenbacher Europa­schule und einer der Initiatoren des Bürgerbündnises. "Als wir von dem Auftritt von Frau Petry gehört haben, war uns klar, dass wir etwas unternehmen müssen", unterstreicht Edith Müller-Zimmermann vom Gladenbacher Weltladen, die zusammen mit Seyler das Bündnis reaktiviert hat.

Das Bürgerbündnis Gladenbach ruft alle Bürger der Stadt und des Umlands zu einer Protestkundgebung am Freitag, 31. März, um 17 Uhr gegen die AfD-Veranstaltung mit Petry auf. In einem schriftliche Aufruf wendet sich das Bündnis gegen das "reaktionäre Weltbild" der rechtspopulistischen Partei.

Auszug: "Mit der propagierten nationalistischen Abschottung Deutschlands nutzt die AfD Ängste und schürt Hass auf Andere. Für das eigene Machtstreben nimmt sie dabei Leiden und Sterben von Flüchtlingen billigend in Kauf. Diese Form der politischen und moralischen Verneinung von Normen und Werten halten wir für unvereinbar mit den Grundwerten unserer Verfassung.

Wir Bürgerinnen und Bürger Gladenbachs weisen die Verächtlichmachung unserer Demokratie und die Missachtung von Grund- und Menschenrechten scharf zurück. Wir wollen schon gar keine "Re-Nazifizierung" als Alternative für Deutschland!"

Die Gladenbacher ständen für Weltoffenheit, Freiheit, Akzeptanz, Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen, unterstreicht der Aufruf. Und das solle auch so bleiben.

Den Protest gegen den Auftritt der AfD-Spitzenpolitikerin unterstützen laut Seyler alle vier Fraktionen des Gladenbacher Stadtparlaments (SPD, Freie Wähler, CDU, Grüne), Kirchen, Vertreter von Gewerkschaften und Flüchtlings­hilfen: "Wir wünschen uns, dass die Bürger bei der Kundgebung am 31. März friedlich und bunt zeigen, wofür Gladenbach steht."

Termin
Bei der Kundgebung des Bürgerbündnisses Gladenbach am Freitag, 31. März, um 17 Uhr auf dem Gladenbacher Marktplatz werden mehrere Redner aus dem örtlichen Stadtparlament, von Kirchen und Gewerkschaft sprechen. Außerdem ist ein Rahmenprogramm mit Musik und kreativen, friedlichen Aktionen geplant.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

GlasBlasSing

Foto: Yves
Suckdorff
Flaschen. Kennt jeder. Öffnen, austrinken, wegbringen. Immer schnell zur Hand, wenn der Gaumen staubt. Flaschen lassen sich zu vielem upcyclen: Behausungen für Modellschiffe, Handduschen für Formel-1-Sieger, Briefumschläge für Gestrandete und in den Händen von GlasBlasSing zu faszinierenden Musik­instrumenten. Mit dem Blick für das Besondere im Alltäglichen verwandeln sie den Getränkemarkt zum Konzertsaal, wird die Pulle zur magischen Klangschatulle, mit der sich so einige dahinhinwelkende Melodien leichthändig generalüberholen lassen. Immer nach dem Motto: Bitte ein Hit. Bei "Flaschmob", dem neuen Programm von GlasBlasSing kann man die Cokecaster-Flaschengitarre ebenso bestaunen wie das Flachmanninoff-Xylophon, die Jelzin-Orgel oder die Wasser­spender-Floor-Toms, die so schön Bumm machen, wenn man mit der grünen Perrier-Keule draufhaut.
Mi 22.1. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Tadpole Development

Foto: Tadpole
Development
Die junge Band aus Lissabon, Köln, Mannheim und Stuttgart, erzählt Geschichten aus aller Welt. Vier verschiedene musikalische Einflüsse treffen aufeinander, um einen eigenen und besonderen Sound zu schaffen, der niemals langweilig wird. Im Mittelpunkt stehen dabei stets Spielfreude, Spontani­tät und die Kommunikation in der Band. Gespielt werden Eigenkompositionen des in Lissabon wohnenden Pianisten Samuel Gapp und diverse andere Stücke, die die vier Musiker inspirieren und begeistern.
Do 30.1. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
Live – Kommende Highlights

Che Sudaka

Foto: Che Sudaka
Vier Brüder, die mit Akkordeon, akustischen und elektrischen Gitarren, Sampler und Drum-Computer sowie einer unerschöpflichen positiven Energie die Zeit anhalten. Jedes Konzert eine schweißtreibende Fiesta im Hier und Jetzt, ein Moment der Einheit und Gemeinsamkeit, Respekt und Liebe. Die kolumbianisch-argentinische Band Che Sudaka wurde im Jahr 2002 im spanischen Barcelona gegründet und ist seither ohne Unterbrechung rund um den Globus auf Tour. Ihr Sound ist authentisch und wiedererkennbar, ein Mix aus lateinamerikanischer Folklore, jamaikanischen Rhythmen, Punk- Attitüde und den elektronischen Spielzeugen eines Soundsystems.
Do 6.2. | 20.30 Uhr | Marburg | KFZ
Freikartenverlosung: Fr 31.1. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Fischer & Jung

Foto: Sonja
Speck
Was macht man mit Mitte 40, in der Mitte des Lebens? Zu jung für die Midlife-Crisis, zu alt für eine YouTube-Karriere? Lade ich die Praktikantin zum Essen ein oder meine Frau? Geh ich fett essen oder lass ich Fett absaugen? Werde ich Frührentner oder entwickle ich 'ne App? Gehe ich ins Zenkloster oder in den Swingerclub? Oder einfach ins Nonnenkloster? Vielleicht geht da ja beides? Wenn ich sterbe, brauch ich dann ne Übergangsjacke? 50 ist die neue 30 - gilt aber nicht für Knie ... Die beiden Schauspieler Guido Fischer und Björn Jung sind ultrahocherhitzt und leben hier ihre Talente als kongeniales Comedy-Duo aus.
Di 11.2. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
Freikartenverlosung: Fr 31.1. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Bülent Ceylan

Foto: D4Mance
Von der "Generation Instagram" lernen, heißt siegen lernen - Deswegen zeigt Bülent Ceylan seinem Publikum nicht die kalte Schulter, sondern die rasierte Brust und macht sich zum "Luschtobjekt". Optik statt Inhalt, Nippel statt Nietzsche. Kabarettpreise müssen warten. Der Comedian bedient alle nur denkbaren Geschlechter und Vorlieben: osmanophile Kurpfalz-Lover, Langhaar-Fetischisten oder Liebhaber großer Nasen und kleiner Bärte ... Und wer Intelligenz sexy findet, wird natürlich auch befriedigt nach Hause gehen.
Do 30.1. | 20 Uhr | Wetzlar | Rittal-Arena
 
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