Ab 1. Januar erhebt auch Marburg eine Tourismusabgabe. Wer in einem Hotel, einer Pension oder einer Ferienwohnung übernachtet, muss pro Tag und Person einen zusätzlichen Betrag von zwei Euro zahlen.

Das gilt natürlich nicht für private Gäste, die bei Freunden oder Verwandten in Marburg wohnen. Ausgenommen sind auch Studierende, Schüler*innen und Auszubildende, sofern sie zu Studien-, oder Ausbildungszwecken in Marburg sind. Der Hintergrund: Die Universitätsstadt ist seit Sommer 2025 offiziell vom Hessischen Wirtschaftsministerium als Tourismusort anerkannt. Zudem kämpft die Stadt mit drastischen Gewerbesteuereinbußen.

Um den Fremdenverkehr weiter gut fördern zu können, soll nun die Tourismusabgabe helfen. Die Stadtverwaltung schätzt die Zahl der Übernachtungen auf gut 400.000 für das Jahr 2026. Damit könnten dann gut 800.000 Euro eingenommen werden. Die Gelder sollen in touristische Projekte und die touristische Infrastruktur fließen. Dazu gehören Informationsmaterialien, Veranstaltungen, digitaler Service, Marketingkampagnen und die Pflege von Sehenswürdigkeiten. Es könnten aber auch Barrieren und Sicherheitspersonal für Feste und Veranstaltungen finanziert werden. Ohne das Extra-Geld sei unklar, ob die etablierten Feste wie gewohnt stattfinden könnten. Als Vorbild dienen Städte wie Fulda und Frankfurt, wo ebenfalls eine Tourismusabgabe eingeführt wurde.

Kritik gab es von Marburger Hoteliers sowie von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, die sich gegen jede zusätzliche Belastung der Betriebe wandten.

gec

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