Polizei und Staatsschutz ermitteln wegen Schmierereien.
An der Marburger Philipps-Universität ist eine Morddrohung gegen eine Forscherin an eine Wand geschmiert worden. Deswegen hat die Hochschule Polizei und Staatsschutz eingeschaltet.
Bereits in der Vergangenheit habe es mehrfach wissenschaftsfeindliche und antifeministische Angriffe gegeben, schreibt Uni-Präsident Thomas Nauss in seiner Stellungnahme. Mit den Morddrohungen sei eine neue Eskalationsstufe erreicht: „An unserer Universität ist kein Platz für Drohungen, Gewalt oder Einschüchterung“, heißt es weiter in der Stellungnahme. Die Universität bewerte die Drohungen als Angriff auf die gesamte Universitätsgemeinschaft und die Freiheit der Wissenschaft. Die Hochschule habe gemeinsam mit der Arbeitsgruppe der Forscherin nun dafür gesorgt, dass alle ihre „exzellente Wissenschaft“ fortsetzen könnten. „Forschung und Lehre leben davon, dass wir Fragen stellen, Meinungen austauschen und uns kritisch miteinander befassen“, so Nauss. Aber immer mit Respekt und gewaltfrei.
Den Namen der Wissenschaftlerin und den Wortlaut der Schmierereien wollte die Universität nicht veröffentlichen. Nach Recherchen des Marburger Express‘ stammt die Forscherin nicht aus dem Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Dort gibt es mit der Politikwissenschaftlerin Annette Henninger eine eigene Professur zu „Politik und Geschlechterverhältnissen“. Sie leitete auch ein interdisziplinäres Großprojekt zu „Anti-Feminismus als Krisenphänomen“, das die neuen Rechten in den sozialen Medien als „skandalöses Beispiel“ für „Korruptionssumpf“ und „Geldverschwendung“ beschimpften. Im Januar startet ein Loewe-Schwerpunkt zur „Verflechtung von Antifeminismen“.
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