Die Honorare für psychotherapeutische Leistungen werden ab dem 1. April um 4,5 Prozent gekürzt – Protestaktion am 28. März.
Das haben die Krankenkassen vor wenigen Tagen angekündigt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisiert die Entscheidung scharf – ebenso wie die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die ihren Protest am kommenden Samstag, 28. März, auch in Marburg auf die Straße tragen. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Erwin-Piscator-Haus.
Die Kürzung sei ein „fatales Signal für die Versorgung psychisch erkrankter Patientinnen und Patienten“ und sei eine massive Benachteiligung der Therapeutinnen und Therapeuten. Bereits jetzt müssten Kranke oft Monate auf eine Psychotherapie warten. Zudem seien auch niedergelassene Psychotherapeuten von Inflation und steigenden Kosten betroffen. Dagegen argumentieren die Krankenkassen, dass die Honorare in diesem Bereich zuletzt überdurchschnittlich gestiegen seien, also müssten sie zur Angleichung nun gesenkt werden. Allerdings bilden Psychotherapeuten „das Schlusslicht in der Verdienstskala der Fachbehandler“, schreibt das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will juristisch gegen die Honorarkürzung vorgehen. Der Bundesverband für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hatte die geplanten Kürzungen angesichts des steigenden Bedarfs bereits im Vorfeld deutlich kritisiert.
kro/gec

