Zum ersten Mal findet kommenden Samstag in der Stresemannstraße ein Hanami statt – ein Fest zu Ehren der Kirschblüte. Die Besucher*innen können die Blütenpracht dabei ganz ohne Verkehr – und mit Kulturprogramm genießen.

Jedes Jahr zwischen April und Mai bekommt das Landgrafenschloss Konkurrenz – zumindest, wenn es um das beliebteste Fotomotiv in Marburg geht. Um diese Zeit blühen in der Stresemannstraße die japanischen Zierkirschen und verwandeln die Allee in ein Blumenmeer. Währenddessen wimmelt es auf Marburgs Social-Media-Kanälen nur so von Fotos der blühenden Kirschbäume.
Um die Pracht zu feiern, veranstaltet Marburg am Samstag (22. April) von 13 bis 20 Uhr zum ersten Mal ein Kirschblütenfest – auch Hanami genannt. Der Brauch stammt aus Japan – dort stehen die Kirschblüten für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit.

Weil es sich bei der Stresemannstraße um eine normale Straße handelt, ließ sich die Kirschblüte bislang immer nur im Rahmen des normalen Straßenverkehrs erleben. Das ist in diesem Jahr anders. „Das Fest ermöglicht es allen, den Anblick ohne Verkehr und Autos genießen zu können. All das zusammen mit der japanischen Kultur ist etwas ganz Besonderes für Marburg“, sagt Jan-Bernd Röllmann vom Stadtmarketing Marburg. Der Festbereich umfasst die Stresemannstraße, die zwischen Wilhelmstraße und Schückingstraße abschnittsweise gesperrt wird.
Währenddessen findet unter den Kirschbäumen ein Kulturprogramm statt, das sich an der Hanami-Tradition orientiert. Organisiert haben das Programm die Marburgerin Yasuko Tsuruki und ihr Mann Jörg Chylek.

Blick in die Stresemannstraße im vergangenen Jahr

Programmübersicht

  • 14 Uhr: Taiko 1 (jap. Trommeln) – Sakura no ki Daiko (Leitung: Ljiljana Bulic)
  • 14 Uhr 30 Uhr: Jugendquartett (jap. Hanamiklänge) – Carlotta Reiners (Violin), Yuki Epping (Violin), Lennard Widderscheck (Viola), Frederik Oliver (Violincello)
  • 15 Uhr: Taiko 2
  • 15 Uhr 30: Koto 1 (jap. Wölbbrettzither) – Sachiko Hattori, Mei Kurosu
  • 16 Uhr: Taiko 3
  • 16 Uhr 30: Koto 2
  • 17 Uhr: Japanischer Gesang – Naomi Menkhaus und Begleitung
  • 17 Uhr: Koto 3
  • 18 Uhr: Japanischer Gesang 2
Beim ersten Marburger Hanami können Besucher*innen die Kirschblüte in der Stresemannstraße ganz ohne Autos entdecken – während der Feier ist die Straße für den Verkehr gesperrt.

Ein besondere Erfahrung ist dabei der Klang japanischer Trommeln, der für einmaliges Ambiente sorgt. Die Besucher*innen können sich außerdem auf authentische japanische Speisen und Getränke freuen: Das Kulinarische übernimmt Mika Takeuchi-Jösten (Ramen-Bar). Zudem kann man japanisches Kunsthandwerk erwerben und es flanieren Kimono-Träger:innen durch die Straße.
Organisiert wird das Kirschblütenfest gemeinsam vom Stadtmarketing Marburg, der Marburg Stadt und Land Tourismus (MSLT), dem Ortsbeirat Südviertel und vielen weiteren Partner’innen. Hauptsponsor ist die Sparkasse Marburg-Biedenkopf.

„So ein Kirschblütenfest ist in Marburg längst überfällig“, sagt Cornelia Dörr, Geschäftsführerin der MSLT. Schließlich stehen die Kirschbäume bereits seit 1989 in der Stresemannstraße. Sie waren eine Spende des japanischen Generalkonsuls Tadao Araki, der mit dem Direktor des Marburger Amts für Fremdenverkehr, Hans-Christian Sommer, befreundet war. Er spendete insgesamt 200 Zierkirschbäume. Rund 100 wurden versteigert, die anderen 100 stehen im Südviertel.

LB/pe

Bild mit freundlicher Genehmigung von Marburg Stadt und Land Tourismus