Feuerwehren aus der Ukraine haben einen Hilferuf ausgesandt – sie bitten um Material und technisches Gerät. Aus Marburg kommen Schläuche, Atemluftflaschen und Schutzkleidung.

Vor kurzen ist ein LKW mit einer Ladung voll Feuerwehrausrüstung von Marburg in die Ukraine aufgebrochen. Mit dabei: 90 Schläuche in verschiedenen Größen, mehrere Atemschutzmasken und -geräte, eine Vielzahl an Strahlrohren, Schutzkleidung mit Stiefeln, Helmen und Klappvisieren, Feuerwehrbeile und ein Lüfter. Die Spende kommt von der Feuerwehr Marburg, die einen Hilferuf von ukrainischen Kameraden erhalten hat. Dort wird die Ausrüstung dringend benötigt, denn die Feuerwehrleute leisten auch in den umkämpften Regionen ihren Einsatz.

„Wir können uns gar nicht vorstellen, welche unermesslichen Leistungen die Feuerwehren in der Ukraine derzeit erbringen,” so Andreas Brauer, der stellvertretende Leiter der Marburger Feuerwehr. Die Einsatzkräfte aus Marburg hätten deswegen Ausrüstung kurzfristig und unbürokratisch zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um Material und Gerät, das bereits ausgemustert oder ersetzt, aber noch voll funktionstüchtig ist. In Deutschland muss nämlich die Ausrüstung der Feuerwehren ständig gewartet und turnusmäßig erneuert werden, selbst wenn sie noch uneingeschränkt einsatzfähig ist.

Die Spenden werden zunächst in Frankfurt am Main gesammelt. Denn auch andere hessische Feuerwehren haben auf den Hilferuf reagiert. „Die Resonanz auf das Hilfeersuchen war groß. Aus allen Regionen in Hessen wurden von den Feuerwehren Schläuche, hydraulische Rettungsgeräte, Leitern und sehr viel Schutzausrüstung gespendet – und sogar ein gebrauchtes Löschfahrzeug,“ berichtet Bauer.
Die Feuerwehr in Frankfurt koordinierte die Spenden und transportierte sie in die Ukraine nach Odessa.

Möglich gemacht hat die Aktion ein Feuerwehrmann aus Frankfurt, der Kontakt zu ukrainischen Feuerwehrangehörigen hat. Er leitete den Hilferuf am Wehren in ganz Hessen weiter.

pe/LB

Bild mit freundlicher Genehmigung von Patricia Grähling