Mit 37 von 59 Stimmen ist Marburgs Bürgermeister Wieland Stötzel abgewählt worden. Damit muss er vorzeitig aus seinem Amt ausscheiden. Dafür gestimmt haben Grüne, SPD, Linke und Klimaliste. Der Christdemokrat war bereits am 31. August abberufen worden – ebenfalls mit 37 Stimmen. Die Stadtverordnetenversammlung musste die Abwahl aber noch bestätigen. Das ist am Mittwochabend (29. September) geschehen.
Der Posten des zweiten Bürgermeister steht der zweitstärksten Kraft in einer Koalition zu. Bei den Kommunalwahl im März erhielten die Grünen nach der SPD die meisten Stimmen. Seitdem wird über ein Bündnis beraten. Das Problem: Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen, Linken und Klimaliste ziehen sich hin. Stötzel war bereits in der letzten Wahlperiode Bürgermeister und blieb deshalb im Amt. Wenn sich die Mehrheitsverhältnisse in einem Parlament ändern, kann ein Beigeordneter – in diesem Fall der zweite Bürgermeister – abgewählt werden. Das sieht die Hessische Gemeindeordnung vor. Das muss allerdings innerhalb von sechs Monaten nach der Kommunalwahl erfolgen. Aus dem Grund wollte das Stadtparlament Stötzel schon vor der Sommerpaus abberufen. Die Abwahl scheiterte damals jedoch.
Frühestens im Oktober kann ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Die besten Aussichten auf den Posten hat Nadine Bernshausen von den Grünen.

LB

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