Erstmals drei Frauen an der Spitze des Fachbereichs.
Erstmals in der Geschichte der Marburger Philipps-Universität hat der Fachbereich Rechtswissenschaft ein rein weibliches Dekanat. Zum Wintersemester übernehmen die Professorinnen Stefanie Bock als Dekanin, Christine Budzikiewicz als Prodekanin und Silvia Pernice-Warnke als Studiendekanin die Leitung des Fachbereichs. „Ein rein weibliches Dekanat ist angesichts der Pyramidenstruktur in den Rechtswissenschaften etwas Besonderes“, sagt Stefanie Bock. Während mehr als die Hälfte der Studierenden weiblich sei, liege ihr Anteil auf professoraler Ebene derzeit nur bei rund 20 Prozent.
Gemeinsam mit ihren Kolleginnen möchte Stefanie Bock die Gleichstellungsarbeit der vergangenen Jahre fortführen. Zudem werde es angesichts der angespannten finanziellen Situation von Universität und Fachbereich darum gehen, Sparpotenziale auszuloten sowie Abläufe und Strukturen effizienter zu gestalten, ohne Abstriche bei Forschung und Lehre zu machen. Darüber hinaus stehen in den kommenden drei Jahren fünf Professuren zur Neubesetzung an. Dafür wollten sie innovative Köpfe gewinnen. Zu den Forschungsschwerpunkten der neuen Dekanin, die seit zehn Jahren in Marburg als Professorin lehrt, gehören das Völkerstrafrecht, Opferrechte sowie „Legal gender studies“.
Prodekanin Christine Budzikiewicz möchte das Jurastudium weiter modernisieren und jungen Menschen juristische Fähigkeiten in einer zeitgemäßen Form vermitteln: „Die Gesellschaft braucht kritische und unabhängig denkende Juristinnen und Juristen, die den vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit mit fundierten Kenntnissen begegnen können“, sagt die die Juraprofessorin für Bürgerliches Recht. Ein wichtiges Thema sei daher, durch ein attraktives Studienangebot die Begeisterung für das Jurastudium und den Studienstandort Marburg weiter zu stärken.
Auch Studiendekanin Silvia Pernice-Warnke betont die tragende Rolle, die Juristinnen und Juristen im Hinblick auf die Bewahrung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben. Daher möchte sie „den Diskurs der Studierenden untereinander und mit den Lehrenden weiter fördern sowie die Studierenden zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz schulen“. Seit 2024 hat sie eine Professur für Öffentliches Recht, insbesondere Verwaltungsrecht und Recht der Nachhaltigkeit, inne.
Dass erstmals drei Professorinnen den Fachbereich Rechtswissenschaften führen, freut auch Uni-Präsident Thomas Nauss. Er sagt: „Das ist ein besonderes Zeichen für den Wandel unserer Universität.“
gec/red

