Mitarbeitende gestalten das neue Logo des Krankenhauses Biedenkopf.

Der neue Name steht für einen Neuanfang: Das ehemalige DRK-Krankenhaus in Biedenkopf heißt ab sofort Hinterlandklinik. Vor wenigen Tagen stellten Landrat Jens Womelsdorf und der neue Geschäftsführer Konstantin von Heydwolff das neue Logo vor. „Nun gilt es, optimistisch in die Zukunft der Klinik zu blicken“, sagte Landrat Jens Womelsdorf. 

Nach der Insolvenz vor zweieinhalb Jahren steckte das Krankenhaus in einer Dauerkrise. Nach zahlreichen Versuchen, einen neuen Träger und Investor für die Klinik zu finden, beschloss der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Klinik selbst zu betreiben. Nun hoffen Beschäftigte und die Menschen im Hinterland, dass die große Unruhe der Vergangenheit angehört. Mit dem Jahresbeginn hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf die rund 80 Jahre alte Klinik übernommen. Damit wurden zugleich 240 Arbeitsplätze gesichert. Alle Abteilungen sollen erhalten bleiben. 

Das neue Logo, das nun das rote Kreuz des früheren Trägers ersetzen wird, wurde zusammen mit den Beschäftigten gestaltet. Nadja Trenker, Jakob Metz und Erika Meyer wurden dafür ausgezeichnet. Das Logo zeigt die stilisierte Silhouette des Biedenkopfer Schlosses. Daneben steht der Schriftzug „Hinterland-Klinik Biedenkopf“. Der Buchstabe „i“ im Wort Hinterland wird durch einen stilisierten Äskulapstab ersetzt, das weltweite, antike Symbol für Heilkunde und Medizin. Ein geschwungener Berg unter der blauen Silhouette soll für Dynamik sorgen, erklärt Geschäftsführer von Heydwolff: „Und damit auch unseren eigenen Anspruch zum Ausdruck bringen, nämlich schwungvoll und dynamisch zu sein“. Das Schloss symbolisiert die Nähe zu Biedenkopf und dem Hinterland. 

Schließlich hatten sich die rund 66.000 Menschen im Einzugsgebiet mit einer Online-Petition an den früheren Gesundheitsminister Karl Lauterbach fast geschlossen hinter die Klinik gestellt, die in der Vergangenheit zum DRK-Kreisverband gehörte. Wichtig ist die Klinik auch als Anlaufstelle für den Rettungsdienst. Die nächsten Krankenhäuser in Frankenberg und Marburg sind rund 40 Minuten entfernt und zum Teil überlastet. Zudem sind fachärztliche Praxen für innere Medizin und Chirurgie dort tätig. Zugleich ist es Lehrkrankenhaus für die Marburger Philipps-Universität. 

Allerdings schreibt die Klinik nach wie vor rote Zahlen. In den vergangenen Jahren musste der Landkreis insgesamt 8,7 Millionen Euro zuschießen. Für 2026 rechnet er mit einem Defizit von drei Millionen Euro. Nun sollen Wege gefunden werden, um die mehr als 100 Betten besser auszulasten.

gec

Bild mit freundlicher Genehmigung von Landkreis Marburg-Biedenkopf