Sonntag, 22. September 2019
Editorial | 22. Oktober 2015

Gießen entdecken

Gießen historisch: Academia Ludoviciana – Foto: Kronenberg

Dass Schauspieler Til Schweiger in Gießen zur Schule ging, weiß fast jeder. Dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier hier studierte, ist nicht ganz so bekannt. Und dass ein Oscar-Preisträger aus Gießen stammt, weiß kaum einer: Der Maler und Bühnenbilder Hein Heckroth (1901-1970) erhielt 1948 den Oscar für die Ausstattung der Verfilmung des Märchens "Die roten Schuhe". An den renommierten Künstler, der in Hollywood unter anderem mit Alfred Hitchcock zusammengearbeitet hat, erinnert der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis, der alle zwei Jahre von der Hein-Heckroth-Gesellschaft zusammen mit dem Land Hessen und der Stadt Gießen verliehen wird.

Wer zum Beispiel als Erstsemester mehr über seine neue Stadt erfahren will, kann Gießens Geschichte bei der Stadtführung "Gießen historisch" am 8. November (Start 15 Uhr am Kirchenplatz) kennenlernen. Wer sich für eine Wiege der modernen Chemie interessiert, dem sei die Experimentalvorlesung im Liebig-Labor am 4. November (18 Uhr) empfohlen. Immerhin lehrte in diesen Räumen der weltberühmte Chemiker Jusus Liebig.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Malte Vief

Foto: Christian
Debus
Darf Bach ein Publikum rocken? Kann Deep Purple klingen wie ein Komponist des 18. Jahrhunderts? Und ist das Ergebnis dann noch gute Musik mit Herz? Ja – Jedenfalls so, wie Malte Vief es anstellt. Der Leipziger Musiker hält sich nicht an starre Genres und musikalische Schubladen. In eigenen Kompositionen wie auch neuen Arrangements bestehender Stücke verschiebt, perforiert und überschreitet der Gitarrist die Grenzen von Pop- und klassischer Musik. Der Spaß an seinem erstaunlichen Spiel ist in Malte Viefs Konzerten unmittelbar zu erleben. Klassisch ausgebildet, fühlte er sich immer schon der Rockmusik hingezogen und schlägt einen spannenden Bogen zwischen druckvoller Direktheit, Euphorie und Melancholie. "Musiker wie Malte Vief leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner Gitarrenmusik", urteilte das Fachblatt Akustik Gitarre. "Zwischen Bach und Rock" heißt es
So 22.9. | 11 Uhr | Marburg | TurmCafé
 
Tipp der Woche

Das Kondensat

Foto: Dovile
Sermokas
Eindampfen, Komprimieren und Verdichten – Lauter Vokabeln, die den Bandnamen des Trios Das Kondensat von Gebhard Ullmann, Oliver Potratz und Eric Schaefer rechtfertigen und diese wahrlich neue Musik beschreiben. Sieben Jahre hat die Musikerkooperative Gleich­be­rechtigter an ihrem Konzept gearbeitet. Entstanden ist eine sinnliche elektro­akustische Improvisations­ge­schichte, die an Grenzen geht und sie überschreitet mit Geräten, die eigentlich nicht fürs freie Spiel gemacht sind, mal mit rockig-punchigem, mal mit melodiös-balladeskem Zugriff, generiert mit neuen Medien in neuen Kontexten. "Die drei Musiker spielen provokant mit Wider­sprüchen und offenen Brüchen. Einerseits geben sie sich gar nicht erst die Mühe, die Bruchkanten zwischen Analogem und Digitalem zu verdecken, andererseits gehen beide Bereiche hier gerade deshalb eine zwingende Ver­bindung ein. Ein gelungenes Update zu den grandiosen No-Wave-Abenteuern der 80er-Jahre." (Wolf Kampmann, Jazz thing)
Di 24.9. | 20.30 | Cavete
 
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