Bunte Vögel, Blätter und Nistkästen – das Parkhaus am Pilgrimstein wird derzeit von einem Kunstwerk geschmückt. Ukrainische Künstlerinnen und Künstler erzählen darin von ihrem Traum von Frieden. Aus unserer Serie “Der Krieg und die Folgen.”

Es ist eine Vision von einer Stadt, in der es keine Gewalt gegen Frauen und Männer gibt. Und zugleich ist es der Traum von Freiheit und Schutz für die Ukraine. Seit wenigen Wochen sind auf den bis dahin grauen Wänden des Parkhauses am Pilgrimstein ungewöhnlich farbenfrohe Bilder zu sehen: Bunte Vögel, die aus einem Käfig ausbrechen, der wie eine Rakete aussieht. Nistkästen, die Schutz vor Gewalt und Krieg bieten.  Es handelt sich um ein Kunstprojekt von ukrainischen Kulturschaffenden, das vom Marburger Zonta-Club initiiert und von der Stadt Marburg im Rahmen des Stadtjubiläums mit 10.000 Euro unterstützt wurde. Es geht darum, die Herzen der Menschen zu berühren, Frauen in Not zu unterstützen und um ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt. „Die Vögel stehen für Freiheit“, erläutert die stellvertretende Präsidentin des Zonta-Clubs, Kirsten Eckhardt: „Die Nistkästen bieten Schutz.“ 

Der Entwurf für die blauen Bilder stammt von der ukrainischen Illustratorin und Malerin Darina Shikhnenko, die seit Kriegsbeginn in Frankreich lebt. Vor Ort wurde das Design-Projekt von ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern verwirklicht, die in Marburg leben. Unter ihnen ist Ewgenia Ozerova, die im April mit ihrer Tochter nach Marburg kam. In ihrer Heimat in der Hafenstadt Odessa arbeitete sie oft an Glasfenstern für Kirchen und wurde für Wandmalereien engagiert. Sie ist froh, durch das Projekt wieder arbeiten zu können. Mit Pinseln und Schwämmen hat sie Hintergründe, Figuren, Häuser und Blätter gestaltet. 

„Das ist richtig schön geworden“, freut sich der langjährige Leiter der Parkraumbewirtschaftung bei den Marburger Stadtwerken, Wilfried Cziesso: „Vorher war das eine graue Wand, die immer wieder von Graffitti-Attacken betroffen war.“ 

Stattdessen locken die neu gestalteten Wände nun die Generation Selfie: Immer mehr Passanten fotografieren sich vor der freundlichen Wand.

gec

Bild mit freundlicher Genehmigung von Georg Kronenberg